Remswelle

Projekt Remswelle

Remswelle auf einen Blick

Für alle, die es kurz wollen: Das Wesentliche zur Remswelle auf einer Seite, mit Zahlen und Quellen. Wer tiefer will, findet zu jedem Punkt den Artikel dahinter.

Was

Eine surfbare stehende Welle in der Rems, am vorhandenen Wehr unter der Brücke Ostlandstraße in Winterbach – kein Neubau auf der grünen Wiese, sondern eine zweite Nutzung für ein Bauwerk, das schon steht. Getragen von einer offenen Bürgerinitiative aus Winterbach, gegründet im September 2025. → Das Projekt

Wo

Winterbach im Remstal, Rems-Murr-Kreis, östlich von Stuttgart, wenige Gehminuten von S-Bahn und Ortskern, direkt am Remstal-Radweg. Das „Remswehr“ ist das Durchlassbauwerk des Hochwasserrückhaltebeckens Schorndorf/Winterbach, gebaut 2002 bis 2005 vom Wasserverband Rems für rund 14,3 Millionen Euro öffentliches Geld – ein Zusammenschluss von zwölf Städten und Gemeinden, beiden Landkreisen und dem Land. An fast allen Tagen des Jahres ist das Becken leer, und die Rems fließt eben hindurch. Das Bauwerk verengt den Fluss und kann ihn aufstauen; inwiefern sich daraus Gefälle für eine Welle gewinnen lässt, klärt die Machbarkeitsprüfung. Eine Beeinträchtigung des Hochwasserschutzes kommt nicht infrage – der Nachweis dafür ist zwingender Teil von Planung und Genehmigung. → Standort · → Kosten und Finanzierung

Warum

Drei Gründe, die man in einem Satz sagen kann:

  1. Die Lücke. Die Region Stuttgart hat 2,8 Millionen Einwohner und keine einzige Flusswelle; in ganz Baden-Württemberg gibt es nur eine, in Pforzheim. Wer im Raum Stuttgart surfen will, fährt heute nach Pforzheim, München oder Nürnberg.
  2. Die Infrastruktur steht. Wesentliche Infrastruktur – Durchlassbauwerk, befestigte Ufer, Zugang – ist in Winterbach bereits vorhanden, mit öffentlichem Geld gebaut für den Hochwasserschutz. Das Gefälle für die Welle muss ein Einbau schaffen; einen Kanal braucht es nicht.
  3. Eine junge Wettkampfsportart ohne Trainingsort in der Region. Rapid Surfing auf stehenden Wellen hat seit 2019 Deutsche Meisterschaften, heute mit Juniorenklassen, seit 2026 einen Nationalkader und eine Europameisterschaft – 2026 lief die Meisterschaft als Teil der Finals in Hannover mit 9.000 bis 10.000 Zuschauern am Tag. Surfen im Meer ist seit 2021 olympisch; stehende Wellen sind die Sportstätten des Binnenlands. → Rapid Surfing

Dazu kommt, was eine Welle für Kinder und Jugendliche bedeuten kann: ein Trendsport, der gerade für Jüngere attraktiv sein kann, Bewegung draußen am Fluss und Surfen vor der Haustür statt Fernreise. → Kinder und Jugendliche

Mehr als eine Welle: warum wir auf die ganze Landschaft schauen

Auf remswelle.de geht es nicht nur um die Welle, sondern auch um Hochwasser und Böden, Weinberge von 1832, Kaltluft und Bienen. Das hängt zusammen:

  • Wasser für die Welle. Eine Welle braucht nicht möglichst viel Wasser auf einmal, sondern möglichst lange genug davon. Ob Regen in Stunden abläuft oder im Boden gespeichert und langsam abgegeben wird, entscheidet die Landschaft. In einem Rechenspiel mit unseren Pegeldaten bringt eine Landschaft, die einen Teil des schnellen Abflusses hält, eine bis drei Wochen mehr Surftage im Jahr.
  • Die Rems ist sprunghafter geworden. Der mittlere Abfluss ist seit den 1930er-Jahren gleich geblieben, aber die Schwankung von Tag zu Tag ist um rund 17 Prozent gestiegen – statistisch deutlich. Für die Welle ist das die falsche Richtung. → Wasserführung
  • Aus der Geschichte lernen. Deshalb befassen wir uns bewusst mit der Landschaftsgeschichte: Flurkarte von 1832, Luftbilder seit 1953 und das Geländemodell zeigen, wo die Landschaft früher Wasser gehalten hat: Mäander, Auen, nasse Wiesen, Weinbergstufen. Zwischen 1958 und 1968 wurde Winterbach „hochwasserfrei gelegt“ – das Wasser sollte schnell weg. Heute kommt dazu, es auch zu halten.
  • Im Einklang mit Natur- und Gewässerschutz. Eine Remswelle wird es nur so geben – und das wollen wir auch so. Deshalb wollen wir wissen, was an der Rems lebt.
  • Winterbach als Beispiel. Für die Welle zählt das Einzugsgebiet oberhalb, von Essingen bis Schorndorf und an der Wieslauf. Winterbach allein kann die Rems nicht zum Schwamm machen, aber zeigen, wie es geht.

Mehr Surftage sind dabei ein Nebenprodukt von dem, was der Landschaft ohnehin guttut. → Was hat das alles mit Surfen zu tun?

Was die Rems hergibt

Wir haben 90 Jahre Pegeldaten des Landespegels Schorndorf ausgewertet: Im Mittel der Jahre 1996 bis 2025 läge der Abfluss an rund 150 Tagen im Jahr in einem Fenster von 3 bis 15 m³/s, an rund 210 Tagen zwischen 2 und 12 – Schwerpunkt Oktober bis Mai, Lücke im Hochsommer, Trend zu weniger Tagen. Das sind unsere Annahmen aus öffentlichen Daten; die Betriebsgrenzen der Anlage legt die Machbarkeitsprüfung fest. Auf der Startseite zeigen wir jeden Tag live, ob die Welle heute laufen würde. → Wasserführung der Rems

Was es kostet

Für die Remswelle gibt es noch keine Zahl – erst nach der Machbarkeitsprüfung. Zur Einordnung: Die Fuchslochwelle in Nürnberg hat rund 3 Millionen Euro gekostet (zur Hälfte vom Freistaat Bayern), die Leinewelle in Hannover 2,5 Millionen ohne öffentliche Mittel, Salzburgs Holzrampe 90.000 Euro. Die vorhandene Infrastruktur könnte die Kosten gegenüber einem vollständigen Neubau senken; in welcher Größenordnung, kann erst die Machbarkeitsprüfung zeigen. Ein Versuchsaufbau mit verstellbarem Brett oder kleiner Rampe wäre der günstige Einstieg. Mögliche Förderwege: das Tourismusinfrastrukturprogramm des Landes und die kommunale Sportstättenförderung. Zum Vergleich: Für die Remstal Gartenschau 2019 hat sich jede der sechzehn Kommunen eine Landmarke geleistet – Winterbachs Monopteros nach den Planzahlen rund 140.000 bis 150.000 Euro, hälftig aus Gemeinde und Region. → Kosten und Finanzierung · → Machbarkeitsstudie

Wo wir stehen

Grundidee steht, Machbarkeit und Gespräche in Bearbeitung, Konzept und Umsetzung offen. Nächste Schritte: Gespräche mit dem Wasserverband Rems, dem Landratsamt (Wasserrecht) und dem Regierungspräsidium; hydraulische Vorprüfung; später Vereinsgründung, ökologische Bewertung, wasserrechtliches Verfahren. Wir versprechen keine Welle für morgen – Flusswellen brauchen in Deutschland mehrere Jahre – aber einen offen dokumentierten Weg. Worum es jetzt geht: noch nicht um einen Baubeschluss, sondern darum zu klären, ob eine sichere, ökologisch verträgliche und vertretbare Welle machbar ist. Prüfen, bewerten, gemeinsam entscheiden. → Projektstand · → Fragen und Einwände

Was wir nicht behaupten

Dass die Welle sicher kommt. Dass sie nichts kostet. Dass sie Touristenströme auslöst – eine Wertschöpfungsstudie zu Flusswellen gibt es nicht, belegbar ist nur, dass Tourismusämter von München bis Hannover ihre Wellen als Sehenswürdigkeit führen. Und dass Flusswellen olympisch wären – olympisch ist das Surfen, nicht die Welle.

Für die Presse

Presseanfragen an info@remswelle.de, Ansprechpartner ist Robin Haiss. Verantwortlich für die Inhalte ist die Initiative Remswelle (siehe Impressum). Logo und Bildmaterial stellen wir zur redaktionellen Verwendung mit Quellenangabe „Initiative Remswelle“ zur Verfügung; Visualisierungen sind als solche gekennzeichnet und müssen so bleiben. Die Zahlen auf dieser Seite sind belegt – die Quellen stehen in den verlinkten Artikeln. Erster Pressebericht: „Eine Welle zum Surfen in der Rems“, Schorndorfer Nachrichten/zvw.de, 18. Mai 2025. → Über uns

Bilder: heute und als Visualisierung

Die Visualisierungen zeigen Ideen, keine Planung. Bitte immer als „Visualisierung“ kennzeichnen.

Das Remswehr in Winterbach heute
Das Remswehr in Winterbach heute: das Durchlassbauwerk unter der Brücke Ostlandstraße mit den Trittsteinen. Foto Initiative Remswelle.
Visualisierung
Visualisierung: zwei Surfer auf einer stehenden Welle unter der Brücke am Remswehr Winterbach. Visualisierung Initiative Remswelle.
Die Rems unterhalb der Brücke Ostlandstraße heute: kahle Böschung, Steinschüttung, Trittsteine. Foto Initiative Remswelle.
Die Rems unterhalb der Brücke Ostlandstraße heute: kahle Böschung, Steinschüttung, Trittsteine. Foto Initiative Remswelle.
Visualisierung (Ideenskizze)
Visualisierung (Ideenskizze): Sitzstufen, Liegen, Sonnensegel und Grün an beiden Ufern, eine kleine Welle an den teilweise geschlossenen Trittsteinen. Visualisierung Initiative Remswelle.
Das Remswehr heute, aus derselben Perspektive wie die Visualisierung daneben. Foto Juli 2025, Initiative Remswelle.
Das Remswehr heute, aus derselben Perspektive wie die Visualisierung daneben. Foto Juli 2025, Initiative Remswelle.
Visualisierung der zwei Varianten
Visualisierung der zwei Varianten: links an den Trittsteinen, rechts direkt am Wehr unter der Brücke. Visualisierung Initiative Remswelle.

Mehr Flow für die Rems – und für die Welle: Themen für Redaktionen

Rund um die Rems in Winterbach gibt es Geschichten, die auch ohne Surfbezug tragen – und die doch zusammenhängen. Alle drehen sich darum, wie Wasser, Gelände und Menschen diese Landschaft geformt haben und wie sie Wasser hält. Alle Seiten sind belegt und nennen ihre Quellen. Auf der Website sind sie zu fünf Entdeckungsreisen geordnet. → Fünf Entdeckungsreisen

  • Mehr Flow für die Rems: Warum sich eine Surfinitiative für Böden, Weinbergmauern und Zisternen interessiert – mit einem Rechenspiel, wie viele Surftage eine Landschaft bringen könnte, die Regen länger hält. → Was hat das alles mit Surfen zu tun?
  • Erst schnell weg, heute auch halten: Wie Winterbach 1958 bis 1968 „hochwasserfrei gelegt“ wurde – Lehenbachstausee, Verdolung, Abbau des alten Remswehrs, verfüllter Mühlkanal. → Hochwasserschutz
  • Wie die Rems 1832 durch Winterbach floss: Flurkarte, Luftbild von 1968 und heute als Schieber – mit dem verschwundenen Mühlkanal. → Zeitreise
  • Die vergessene Welle: Bis 1862 wurde auf der Rems Brennholz getriftet. Die Flößerei ist UNESCO-Kulturerbe – die Trift auf der Rems ist ihr vergessenes Kapitel, die Remswelle wäre ihr modernes Echo. → Holztrift auf der Rems · → Die vergessene Welle
  • Spurensuche am Hungerberg: Ein rätselhafter Graben am Waldrand, aufgeklärt mit Geländemodell und Flurkarte von 1832 – dazu die Frage, wo die alte Salzstraße lief. → Spuren im Hungerberg
  • Weinbau von morgen: Wie warm es am Hungerberg heute ist, wie warm um 2045 – und welche Rebsorten dann passen könnten. Ein Gedankenexperiment mit dem Huglin-Index. Dazu eine Entdeckung: Wo 1832 Reben standen, liegt bis heute tief umgegrabener Weinbergsboden – auch unter Streuobst und Wald. → Weinbau von morgen · → Der Boden zeigt, wo Reben standen
  • Wenn die Rems knapp wird: Seit dem 23. Juni 2026 darf im Rems-Murr-Kreis kein Wasser aus Bächen und Flüssen entnommen werden, nicht einmal mit der Gießkanne – verlängert bis 31. Oktober. Was das für Landwirte, Winzer und Gärten bedeutet – und warum man im Winter gießen sollte. → Wenn die Rems knapp wird
  • Becken, Seen und Tümpel: Welche Gewässer bei Starkregen wirklich Wasser zurückhalten und welche schon voll sind – mit dem Lehenbachtal 1953 und heute und der Frage, wie der Ausgleich funktioniert, wenn im Überschwemmungsgebiet gebaut wird. → Becken, Seen und Tümpel
  • Warum Hänge rutschen: 25 Jahre nach dem Bergrutsch von Urbach – wie man Hänge liest wie ein Skitourengeher den Schnee und was die amtliche Karte am Hungerberg zeigt. → Warum Hänge rutschen
  • Das Winterbacher Zisternen-Paradox: Wenn Starkregen kommt, ist die Gartenzisterne oft schon voll. Was die Pegelreihe über die Jahreszeiten der Hochwasser verrät, was eine Retentionszisterne anders macht und woher Winterbachs Quellwasser kommt. → Schwammlandschaft · → Quellen und Hangwasser
  • Barbe, Eisvogel, Biber: Wer an der Rems lebt, welche 27 Fischarten hierher gehören und warum die Wasserrahmenrichtlinie nur „mäßig“ urteilt. → Tiere und Pflanzen
  • Zu viele Bienen? Verdrängen Honigbienen die Wildbienen? Warum es im Hochsommer eng wird, wenn wenig blüht und Honigbienen über zwei Kilometer weit fliegen – und was hilft. → Zu viele Bienen?
  • Anna – psst!: Kinderfragen mit Comic-Figur – von „Kann man auf der Rems bis zum Meer surfen?“ bis „Ist ein Hangrutsch so was wie eine Lawine?“. Dazu ein Sportplatz-Finder für Kinder. → Anna – psst! · → Kinder und Jugendliche
  • Welche Flusswellen gibt es schon? Alle bekannten Flusswellen im deutschsprachigen Raum mit Stand und Daten. → Wellen-Verzeichnis

Zum Herunterladen: Factsheet als PDF (eine Seite, 1,3 MB) (öffnet in neuem Tab) · Fact sheet in English (PDF, 1,3 MB) (öffnet in neuem Tab) · Bildpaket als ZIP – Logo, Visualisierungen, Fotos, Karten, Grafiken mit Bildunterschriften und Rechten (5,3 MB) (öffnet in neuem Tab)

Quellen: siehe die verlinkten Artikel; zusätzlich Wasserverband Rems, HRB 6 Schorndorf/Winterbach (Baukosten, Inbetriebnahme 21.10.2005) · ZVW, 27.02.2019 (Monopteros) · Deutscher Wellenreitverband, Finals 2026 · LUBW, Pegel Schorndorf/Rems 431 (eigene Auswertung)