Rems und Winterbach · Fluss, Wasser, Natur und Geschichte
Woher das Wasser kommt: die Zuflüsse der Rems
Bis Winterbach nimmt die Rems gut zwei Dutzend Bäche auf, die meisten nur wenige Kilometer lang. Den größten Beitrag liefern die Wieslauf aus dem Welzheimer Wald, die kurz vor Schorndorf mündet, und der Strümpfelbach, der in Schwäbisch Gmünd dazukommt. Am Pegel Schorndorf, knapp zwei Kilometer oberhalb des Remswehrs, entwässert die Rems 418 Quadratkilometer. Was dort als Abfluss gemessen wird, ist die Summe aus diesem ganzen Gebiet – und genau diese Wassermenge hätte eine Welle in Winterbach zur Verfügung.
Der Weg der Rems bis Winterbach
Die Rems entspringt rund drei Kilometer südwestlich von Essingen in einer Karstquelle, dem Remsursprung, auf etwa 551 Metern. Sie fließt zuerst kurz nach Norden, dann nach Westen: durch Mögglingen, Böbingen und Schwäbisch Gmünd, weiter nach Lorch, Plüderhausen, Urbach und Schorndorf. Von rechts, aus dem Welzheimer Wald, kommen die längeren Bäche: Schweizerbach, Walkersbach, Bärenbach, Urbach, Wieslauf und Schornbach. Von links, vom Albtrauf und aus dem Schurwald, münden Lauter, Klotzbach, Strümpfelbach, Tannbach und Beutenbach. In Winterbach selbst kommen die meisten Bäche von links aus dem Schurwald, der Krebsbach von rechts. → Karte der ganzen Rems
Die größeren Zuflüsse bis Winterbach
| Zufluss | Seite | Mündung | Länge | Einzugsgebiet |
|---|---|---|---|---|
| Lauter | links | gegenüber dem Bahnhof Mögglingen | 5,1 km | 8,7 km² |
| Klotzbach | links | Böbingen | 9,0 km | 18,3 km² |
| Krümmlingsbach | links | Schwäbisch Gmünd-Zimmern | 5,3 km | 7,2 km² |
| Strümpfelbach (im Unterlauf Waldstetter Bach, Josefsbach) | links | Nordwestspitze der Gmünder Altstadt | 13,2 km | 48,5 km² |
| Tannbach | links | beim Sachsenhof (Gmünd-Großdeinbach) | 4,6 km | 7,6 km² |
| Beutenbach | links | Reichenfeld bei Lorch | 6,3 km | 9,8 km² |
| Schweizerbach | rechts | Lorch, gegenüber dem Sportplatz | 10,8 km | 28,4 km² |
| Walkersbach | rechts | nach den Lorcher Baggerseen | 8,4 km | 17,1 km² |
| Bärenbach | rechts | Plüderhausen | 8,0 km | 16,2 km² |
| Urbach | rechts | Urbach, bei der Remsbahnbrücke | 8,6 km | 11,0 km² |
| Wieslauf | rechts | kurz vor Schorndorf, bei der Brücke der Wieslauftalbahn | 23,7 km | 77,2 km² |
| Schornbach | rechts | Schorndorf | 6,6 km | 11,1 km² |
Die Tabelle nennt die Zuflüsse ab etwa sieben Quadratkilometern Einzugsgebiet. Die vollständige Liste mit über fünfzig Bächen bis Remshalden führt die Wikipedia; ihre Zahlen beruhen auf den Gewässerdaten der LUBW. Eine eigene Prüfung gegen die Originaldaten steht noch aus.
Die Wieslauf – der wichtigste Zufluss für die Welle
Die Wieslauf entspringt bei Kaisersbach, fließt durch den Welzheimer Wald, am Ebnisee vorbei, durch Rudersberg, Miedelsbach und Haubersbronn und mündet kurz vor Schorndorf in die Rems – rund vier Kilometer oberhalb der Brücke Ostlandstraße. Mit 77 Quadratkilometern bringt sie das mit Abstand größte Einzugsgebiet mit. An der Wieslauf misst die Hochwasservorhersagezentrale einen eigenen Pegel in Haubersbronn. Wenn es im Welzheimer Wald stark regnet, steigt die Rems in Schorndorf deshalb auch dann, wenn Schwäbisch Gmünd noch ruhig ist.
Die Bäche in Winterbach
Auf Winterbacher Gebiet münden kleinere Bäche, die meisten von Süden aus dem Schurwald, Krebsbach und Höffenklinge von Norden. Oberhalb der Brücke münden der Weilerbach, im Oberlauf Brunnbach genannt, und von Norden das Wasser der Höffenklinge am Hungerberg – einer kleinen Klinge mit Feldgehölz, Trockenmauer und mageren Mähwiesen, die in der Biotopkartierung des Landes erfasst sind. Unterhalb folgen der Lehenbach (4,9 km, 7,1 km²), der unter der Ortsdurchfahrt verdolt fließt, der Krebsbach mit dem Wattenbach, verdolt unter der Lederstraße, der Bücklensweilerbach (im Oberlauf Mönchsklingenbach) nach der Kläranlage, der Alsebach und an der Grenze zu Remshalden der Schweinbach. Für die Wassermenge der Welle spielen sie keine Rolle, weil sie unterhalb des Standorts münden. Für den Hochwasser- und Starkregenschutz im Ort sind sie dafür umso wichtiger. → Hochwasserschutz an der Rems
In der Gewässer-Karte lassen sich die Bäche in Winterbach einzeln ansehen – antippen zeigt den Namen, gestrichelt sind die verdolten Abschnitte.
Bäche unter der Straße: was „verdolt“ heißt
Mehrere Winterbacher Bäche fließen ein Stück weit unterirdisch, in einem Rohr oder Kanal unter Straßen und Häusern. Fachleute sagen dazu „verdolt“. Nach den Kartendaten von OpenStreetMap sind es beim Lehenbach rund 240 Meter unter der Ortsdurchfahrt, beim Krebsbach rund 170 Meter unter der Lederstraße, beim Espenbach rund 80 Meter und beim Weilerbach mit dem Brunnbach wenige Dutzend Meter. Das sind Näherungswerte aus der Karte, keine amtlichen Längen.
Verdolt wurde vielerorts, wo im Ort Platz für Straßen, Wege und Gebäude gebraucht wurde – der Bach verschwand dabei aus dem Ortsbild. Für Tiere ist ein solcher Abschnitt ein dunkler, gleichförmiger Kanal ohne Ufer und Pflanzen: Fische und Kleinlebewesen finden dort kaum Lebensraum, und längere Rohre können die Durchgängigkeit des Bachs unterbrechen. Bei Starkregen sind Verdolungen außerdem empfindliche Stellen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nennt Verrohrungen „besondere Gefahrenstellen im Gewässerverlauf“, weil sich am Einlauf Äste und Treibgut verfangen können – Fachleute sprechen von Verklausung. Deshalb ist es wichtig, Einläufe und die Bachstrecke oberhalb frei zu halten. Wo sich bei extremem Regen Wasser im Ort sammelt, zeigen die Starkregengefahrenkarten der Gemeinde.
Heute geht die Entwicklung in die andere Richtung. Neue Verdolungen sind in Baden-Württemberg seit einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofs von 1994 in der Regel nicht mehr zulässig. Der Leitfaden der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) empfiehlt, Verdolungen „soweit möglich“ zu öffnen oder zumindest ökologisch umzugestalten – etwa mit natürlicher Sohle oder Lichtschächten. Steht ohnehin eine Sanierung an, soll geprüft werden, ob ein offener Bach möglich ist; das verbessert nach dem Leitfaden oft auch den Abfluss und den Hochwasserschutz. Ob das an einer bestimmten Stelle geht, hängt von Platz, Leitungen und Gebäuden ab und ist eine Frage für die Fachleute. Uns geht es hier darum zu erklären, was hinter dem Wort steckt – und warum die kleinen Bäche im Ort mehr sind als ein Rohr. → Hochwasserschutz an der Rems · → Quellen und Hangwasser
Die Pegel an der Rems
Die Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg veröffentlicht an der Rems unter anderem die Pegel Schwäbisch Gmünd, Schorndorf, Schorndorf-Bauhof und Neustadt, an der Wieslauf den Pegel Haubersbronn. Für Winterbach ist Schorndorf maßgeblich: Der Pegel liegt nach den Kartendaten oberhalb des Remswehrs und unterhalb der Wieslaufmündung, dazwischen kommen nur noch kleine Bäche dazu. Unsere Wellen-Vorschau auf der Startseite liest seine Werte live. Den Pegel Schwäbisch Gmünd nutzen wir für die Tendenz: Beim Hochwasser 2016 lagen die Scheitel in Gmünd und Schorndorf nach Zeitungsberichten rund fünf Stunden auseinander. → Wasserführung der Rems
Was das für die Remswelle heißt
Eine Welle in Winterbach lebt vom Wasser eines Gebiets, das von der Ostalb bis in den Welzheimer Wald reicht. Regen im oberen Remstal kommt Stunden später in Winterbach an, Regen im Welzheimer Wald über die Wieslauf schneller. Umgekehrt trocknen im Sommer zuerst die kleinen Bäche aus; im August 2026 fiel die Rems bei Mögglingen trocken. Wie viele Tage im Jahr am Ende genug Wasser für eine Welle da ist, zeigt die Auswertung von 90 Jahren Pegeldaten. → Wasserführung der Rems
Häufige Fragen
Wo entspringt die Rems?
Die Rems entspringt im Remsursprung, einer Karstquelle rund drei Kilometer südwestlich von Essingen im Ostalbkreis, auf etwa 551 Metern Höhe.
Wie lang ist die Rems?
Nach Wikipedia 78,4 Kilometer, die Gemeinde Essingen nennt „ca. 80 km“. Die Rems mündet bei Neckarrems (Remseck am Neckar) in den Neckar.
Was ist der größte Zufluss der Rems?
Oberhalb von Winterbach ist es die Wieslauf mit 23,7 Kilometern Länge und 77,2 Quadratkilometern Einzugsgebiet. Sie mündet kurz vor Schorndorf.
Welche Bäche fließen in Winterbach in die Rems?
Der Weilerbach und das Wasser der Höffenklinge (oberhalb der Brücke Ostlandstraße), dann Lehenbach, Krebsbach, Bücklensweilerbach, Alsebach und an der Grenze zu Remshalden der Schweinbach.
Wie groß ist das Einzugsgebiet der Rems?
Insgesamt 582,6 Quadratkilometer, am Pegel Schorndorf 418 Quadratkilometer.
Quellen: Wikipedia, „Rems“ und „Liste der Zuflüsse der Rems“ (abgerufen 26.09.2026; Daten nach LUBW) · Bayerisches Landesamt für Umwelt, Arbeitshilfe „Gewässerunterhaltung innerorts“ (April 2018), S. 16 · LUBW, „Durchgängigkeit für Tiere in Fließgewässern – Leitfaden Teil 4: Durchlässe, Verrohrungen sowie Anschluss Seitengewässer und Aue“ (Oberirdische Gewässer, Gewässerökologie 110, 2008), S. 7, 9, 23 · Längen verdolter Abschnitte: eigene Auswertung der Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (Näherung) · Gemeinde Essingen, „Remsursprung“ · LUBW, Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet Teil I 2009 (Pegel Schorndorf) · Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg, Pegelliste · Stadt Schorndorf, „Gewässer, Hochwasserschutz, Starkregen“ · LUBW, Biotopkartierung (Dienst „Biotopkartierung“, abgerufen 26.09.2026) · Initiative Remswelle, Ortskenntnis (Höffenklinge) · Zeitungsverlag Waiblingen, 02.06.2024 (Lehenbach) · Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)
Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026 · Initiative Remswelle