Remswelle

Rems und Winterbach · Fluss, Wasser, Natur und Geschichte

Die Rems in Zahlen

Im Mittel fließen an der Rems bei Schorndorf gut 5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde – an einem typischen Tag aber nur rund 3, weil wenige Hochwassertage den Durchschnitt nach oben ziehen. Im Januar ist die Rems gut dreimal so wasserreich wie im September. Das größte Hochwasser seit Beginn der Messungen brachte am 3. März 1956 im Tagesmittel 230 m³/s, das bisher niedrigste Tagesmittel lag am 30. Juni 1952 bei 0,12 m³/s. Diese Zahlen haben wir aus rund 33.000 Tageswerten des Pegels Schorndorf von November 1931 bis September 2026 selbst ausgewertet – die Grundlage für alles, was wir über Wasser für eine Welle sagen.

Heute: 0,63 m³/s (Tagesmittel 24.09.2026) – sehr wenig Wasser für Ende September (typisch 1,68 m³/s). Die Rems heute →

Die Datengrundlage

Der Pegel Schorndorf an der Rems (LUBW-Nummer 431) liegt knapp zwei Kilometer oberhalb des Remswehrs und misst den Abfluss aus 418 Quadratkilometern Einzugsgebiet. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) veröffentlicht seine Tagesmittelwerte seit 1931. Einige Jahre sind unvollständig; in Jahresvergleiche nehmen wir nur Jahre mit mindestens 350 Tageswerten auf. Die jüngsten Werte sind ungeprüfte Rohdaten. → Wasserführung der Rems

Mittel und typischer Tag

KennwertWert
Mittlerer Abfluss (MQ) über alle Jahre5,15 m³/s
Median (typischer Tag)3,07 m³/s
Mittlerer Niedrigwasserabfluss (MNQ) 1996–20250,95 m³/s
Mittleres Jahreshochwasser (Tagesmittel) 1996–202570 m³/s
Höchstes Tagesmittel230 m³/s (3. März 1956)
Niedrigstes Tagesmittel0,12 m³/s (30. Juni 1952)

Mittelwert und typischer Tag liegen weit auseinander. Das ist für einen Fluss wie die Rems normal: An wenigen Tagen im Jahr führt sie ein Vielfaches ihres üblichen Wassers, und diese Tage bestimmen den Durchschnitt mit. Für eine Welle ist deshalb nicht der Mittelwert entscheidend, sondern an wie vielen Tagen das Wasser im nutzbaren Bereich liegt. → Surfbare Tage

Das Jahr der Rems

Mittlerer Abfluss der Rems je Monat am Pegel Schorndorf, 1996–2025
Mittlerer Abfluss der Rems je Monat am Pegel Schorndorf, 1996–2025: Januar 8,3 m³/s, September 2,4 m³/s. Der Punkt zeigt den Median, also einen typischen Tag im Monat.

Die Rems ist ein Winterfluss. Von Dezember bis März führt sie im Mittel 7 bis 8 m³/s, ein typischer Tag liegt bei rund 5. Ab April geht das Wasser zurück, im August und September sind es im Mittel nur noch 2,4 bis 2,5 m³/s, an einem typischen Tag etwa 1,5. Der Grund: Die Rems hat kein Schnee- oder Gletscherwasser im Einzugsgebiet, sie lebt von Regen und Grundwasser. Im Sommer verdunstet viel, und die Pflanzen brauchen das Wasser selbst.

Die größten Hochwasser seit 1931

DatumTagesmittel am Pegel Schorndorf
3. März 1956230 m³/s
13. April 1994171 m³/s
22. Februar 1970147 m³/s
29. Oktober 1998145 m³/s
4. Februar 1935138 m³/s
29. Dezember 1947138 m³/s
15. Februar 1990132 m³/s
1. Juni 2024130 m³/s
21. März 2002128 m³/s
13. Januar 2011128 m³/s

Die Werte sind Tagesmittel; der Scheitel eines Hochwassers liegt für einige Stunden deutlich darüber. Die meisten großen Hochwasser fallen in den Winter und das Frühjahr, wenn Regen auf gesättigte Böden oder schmelzenden Schnee trifft. Das Hochwasser vom Juni 2024 ist das jüngste unter den zehn größten – und eines der wenigen im Sommer. Das Hochwasser vom Februar 1990 war der Anlass für die Gründung des Wasserverbands Rems. → Hochwasserschutz an der Rems

Niedrigwasser: die trockenen Jahre

Tage je Jahr mit einem Abfluss unter 1 m³/s am Pegel Schorndorf, 1932–2026
Tage je Jahr mit einem Abfluss unter 1 m³/s am Pegel Schorndorf, 1932–2026. Spitzenjahre 1947 mit 130 Tagen, 2018 mit 108, 1976 mit 87; 2026 bis Ende September bereits 76 Tage.

Unter 1 m³/s wird die Rems zum Rinnsal. Das kam in den meisten Jahren nur an wenigen Tagen vor – in manchen Jahren aber monatelang: 1947 an 130 Tagen, 2018 an 108, 1976 an 87 und 1952 an 83. Im Jahresmittel am trockensten waren 1949 (2,3 m³/s), 1934 und 1976. 2026 lag die Rems bis Ende September bereits an 76 Tagen unter 1 m³/s; Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis hatten die Entnahme von Wasser aus Flüssen und Bächen verboten, bei Mögglingen fiel die Rems im August trocken.

Im Vergleich der Zeiträume lag die Zahl solcher Tage 1932 bis 1961 im Schnitt bei 27 je Jahr, 1962 bis 1991 bei 15 und 1996 bis 2025 bei 18. Einen gleichmäßigen Trend zeigen die Daten nicht – wohl aber, dass seit 2015 auffällig viele Jahre mit langen Niedrigwasserphasen dabei sind: 2015, 2018, 2020, 2022, 2023, 2025 und 2026 jeweils mit 40 Tagen und mehr.

Hat sich die Rems verändert?

ZeitraumMQMNQTage unter 1 m³/s je JahrTage über 30 m³/s je Jahr
1932–19615,01 m³/s0,82 m³/s275,0
1962–19915,42 m³/s1,01 m³/s155,2
1996–20255,02 m³/s0,95 m³/s184,4

Über 95 Jahre ist der mittlere Abfluss der Rems erstaunlich stabil geblieben. Die Unterschiede zwischen den Zeiträumen sind kleiner als die Schwankungen von Jahr zu Jahr: Das nasseste Jahr, 2002, brachte im Mittel 8,8 m³/s, das trockenste, 1949, nur 2,3. Ob die trockenen Sommer der letzten Jahre der Beginn einer Veränderung sind, lässt sich aus einem Pegel allein nicht sagen – dafür braucht es längere Reihen und die Auswertungen des Landes.

Was das für die Remswelle heißt

Die Zahlen zeigen, warum eine Welle an der Rems vor allem eine Welle für Herbst, Winter und Frühjahr wäre. Von Dezember bis April liegt ein typischer Tag im Bereich, den wir für surfbar halten; im Spätsommer und Frühherbst meist darunter – dann kommen die surfbaren Tage vor allem nach Regen. Und sie zeigen, dass eine Welle bei Hochwasser außer Betrieb sein muss – die zehn größten Hochwasser seit 1931 lagen alle über 120 m³/s im Tagesmittel. → Wasserführung der Rems · → Standort Winterbach

Die Daten zum Herunterladen

Die Jahreswerte unserer Auswertung – mittlerer, niedrigster und höchster Tagesabfluss sowie die Zahl der Tage unter 1 und über 30 m³/s für jedes vollständige Jahr – gibt es als CSV-Datei zum Nachrechnen: rems-jahreswerte.csv (öffnet in neuem Tab). Die Tageswerte selbst stellt die LUBW in ihrem Daten- und Kartendienst bereit. Die Datei enthält nur unsere eigenen Berechnungen, keine Rohdaten der LUBW. Sie ist frei nutzbar – für Unterricht, Vereinsarbeit oder eigene Auswertungen – mit der Quellenangabe „Grundlage: LUBW, Pegel Schorndorf/Rems; Auswertung Initiative Remswelle“.

Häufige Fragen

Wie viel Wasser führt die Rems?

Am Pegel Schorndorf im Mittel 5,15 m³/s, an einem typischen Tag rund 3 m³/s. Im Januar sind es im Mittel gut 8, im September knapp 2,4 m³/s.

Was war das größte Hochwasser der Rems?

Seit Beginn der Messungen 1931 das Hochwasser vom 3. März 1956 mit einem Tagesmittel von 230 m³/s am Pegel Schorndorf. Unter den zehn größten ist das jüngste das vom 1. Juni 2024 mit 130 m³/s.

Wann führt die Rems am wenigsten Wasser?

Im August und September. In trockenen Jahren wie 1947, 2018 oder 2026 lag sie an 76 bis 130 Tagen unter 1 m³/s.

Wird die Rems trockener?

Der mittlere Abfluss ist über 95 Jahre nahezu gleich geblieben. Die letzten Jahre hatten aber auffällig viele trockene Sommer; ob das ein Trend ist, lässt sich aus einem Pegel allein nicht sicher sagen.

Quellen: Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW), Daten- und Kartendienst, Pegel Schorndorf/Rems (431), Abfluss-Tagesmittelwerte 1931–2026, abgerufen 24.09.2026, jüngste Werte ungeprüft · Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch, Rheingebiet Teil I (Einzugsgebiet) · Landratsamt Rems-Murr-Kreis, Allgemeinverfügung Wasserentnahme 2026 · Zeitungsverlag Waiblingen, 19.08.2026 (Mögglingen) · Wasserverband Rems, „Geschichte des Verbands“ · Auswertung Initiative Remswelle

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026 · Initiative Remswelle