Remswelle

Flusswellen · bauen, betreiben, surfen

Fallstudien: Was andere Flusswellen gekostet haben und wie sie entstanden sind

Jede Flusswelle im deutschsprachigen Raum ist anders entstanden – und jede lehrt etwas anderes. Wir haben sieben Wellen ausführlich beschrieben, mit Zeitleiste, Kosten, Technik, Genehmigung und Betrieb, jeweils mit Quellen und mit dem, was sich auf Winterbach übertragen lässt. Alle 35 Wellen und Projekte auf einen Blick zeigt das Wellen-Verzeichnis.

Die sieben Wellen im Vergleich

WelleBauweiseKostenFinanzierungVon der Idee bis zum Betrieb
Fuchslochwelle Nürnberg (2022)neuer Kanal, zwei Wehre, drei Hydraulikmodule, Fischpassca. 3 Mio. €je ca. 1 Mio. € Freistaat und Stadt, Rest Verein und Sponsoren11 Jahre
Leinewelle Hannover (2023)drei Stahl-Wellenkörper im Fluss, hydraulisch verstellbar2,4–2,5 Mio. €ganz über Sponsoren und Spenden, keine öffentlichen Mittel10 Jahre
blackforestwave Pforzheim (2021)Stahl-Holz-Rampe in vorhandenem Kanal, absenkbarca. 80.000 € plus EigenleistungIndustriesponsoren, Stadtwerke, Ehrenamt7 Jahre
Surfwelle Augsburg (2024/25)vorhandene Sohlschwelle umgebaut, Carbonbeton, Spoiler per Handkurbelca. 350.000 €80 % Freistaat und Stadt, Crowdfundingca. 5 Jahre
Almkanalwelle Salzburg (2010)Holzrampe in reguliertem Kanal90.000 €Stadt Salzburg–
Thunnatürliche Wellen unter Regulierwehrenkeine––
Eisbachwelle MünchenTosbecken, jahrzehntelang mit eingehängten Brettern geformtkeine–gesurft seit 1975, legal seit 2010

Was sich durchzieht

Die Infrastruktur bestimmt die Kosten. Wo ein Kanal oder eine Schwelle vorhanden ist (Pforzheim, Augsburg, Salzburg), reicht ein fünf- bis niedriger sechsstelliger Betrag. Wo ein Kanal gegraben und ein Wehr gebaut werden muss (Nürnberg), sind es Millionen. Winterbach liegt näher an der ersten Gruppe: Ein Kanal ist nicht nötig, Bauwerk, Ufer und Zugang stehen – das Gefälle für die Welle muss allerdings erst ein Einbau erzeugen. → Standort Winterbach

Es dauert Jahre. Sieben bis elf Jahre von der Idee bis zum Betrieb sind die Regel, nicht die Ausnahme. Der längste Abschnitt ist selten der Bau, sondern Genehmigung und Finanzierung.

Der Verein ist das Betreibermodell. Alle neueren deutschen Wellen werden von gemeinnützigen Vereinen betrieben: Slots, ehrenamtliche Aufsicht, Rettungsschwimmer, Versicherung über die Mitgliedschaft. Salzburg (Stadt als Betreiber) und Thun (Duldung) zeigen andere Wege, München zeigt, was ohne Betreiber passiert. → Träger und Betrieb

Das Land kann mitfinanzieren – oder nicht. Bayern hat Nürnberg und Augsburg zur Hälfte beziehungsweise zu einem Drittel bezahlt. Hannover ging ganz ohne öffentliche Mittel. In Baden-Württemberg gibt es für eine Flusswelle noch kein Beispiel. → Kosten und Finanzierung

Der Fischereiberechtigte gehört früh an den Tisch. Hannover hat es vor Gericht gelernt, Nürnberg hat den Fischpass von Anfang an eingeplant.

Verstellbarkeit ist Standard. Ob Hydraulik (Nürnberg, Hannover, Pforzheim), Handkurbel (Augsburg) oder Spoiler-Bretter (Salzburg): Jede geplante Welle lässt sich anpassen und bei Hochwasser aus dem Wasser nehmen. → Wellentypen und Technik

Häufige Fragen

Welche Flusswelle war am günstigsten?

Unter den gebauten Wellen Pforzheim mit rund 80.000 Euro für die Anlage (plus über tausend Stunden Eigenleistung) und Salzburg mit 90.000 Euro – beide in vorhandenen Kanälen.

Welche Flusswelle war am teuersten?

Die Fuchslochwelle Nürnberg mit rund drei Millionen Euro – ein Neubau mit eigenem Kanal, zwei Wehren und Fischpass.

Gibt es eine Flusswelle in Baden-Württemberg?

Ja, eine: die blackforestwave in Pforzheim. Die Neckarwelle in Stuttgart wurde 2019 wegen der Wasserqualität nicht genehmigt; die Remswelle in Winterbach ist in der Machbarkeitsprüfung.

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026 · Initiative Remswelle