Rems und Winterbach · Fluss, Wasser, Natur und Geschichte
Die Rems in Winterbach
Die Rems entspringt bei Essingen auf der Ostalb, fließt rund 78 Kilometer nach Westen durch das Remstal und mündet bei Remseck in den Neckar. In Winterbach hat sie gut zwei Drittel ihres Wegs hinter sich. Hier fließt sie unter der Brücke Ostlandstraße durch das Durchlassbauwerk eines Hochwasserrückhaltebeckens – dem Ort, an dem die Remswelle entstehen soll. Wer eine Welle in der Rems will, muss den Fluss kennen: wie viel Wasser er bringt und woher, was bei Hochwasser passiert, was in ihm lebt und wie sauber er ist. Das tragen wir hier zusammen, mit Quellen.
Die Rems heute
0,63 m³/s Tagesmittel 24.09.2026 · Pegel Schorndorf
Sehr wenig Wasser für Ende September: An 9 von 10 Tagen um diese Jahreszeit führt die Rems mehr. Typisch wären 1,68 m³/s.
Unter 1 m³/s wird die Rems zum Rinnsal – eine harte Zeit für Fische und Kleintiere. Mehr →
Aktueller Wert: Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ), Pegel Schorndorf, ungeprüfte Rohdaten. Vergleich: LUBW-Tagesmittel 1931–2025 für diese Jahreszeit; Auswertung Initiative Remswelle. Bis der aktuelle Wert geladen ist, steht hier das letzte Tagesmittel aus unseren Daten.
Fünf Entdeckungsreisen
Wir haben hier viel zusammengetragen – zu viel für eine Liste. Deshalb sind die Seiten zu fünf kleinen Entdeckungsreisen geordnet. Jede beginnt mit einer Einstiegsseite; von dort führt am Seitenende „Weiter“ durch die Reise. Wer etwas Bestimmtes sucht, findet es auch über die Suche oder unsere Karten zu Winterbach.
Zum Einstieg
Wer neu ist, fängt hier an: warum Surfer auf das ganze Tal schauen, wie der Ort entstanden ist – und eine Karte zum Selbstsuchen.
Hier einsteigenWas hat das alles mit Surfen zu tun?Eine Welle braucht nicht möglichst viel Wasser auf einmal, sondern möglichst lange genug davon. Warum das mit Böden, Bächen und Geschichte zu tun hat.Die vergessene Welle
Eine Spurensuche in fünf Kapiteln: Holztrift, Schwellseen, die Floßgasse im alten Mühlwehr – und die Frage, ob hier schon einmal jemand auf dem Wasser stand.
Hier einsteigenDie vergessene Welle von WinterbachVon 1715 bis 1862 trieb Brennholz durch Winterbach. Wo viel Wasser durch enge Stellen schoss, standen Wellen. Eine Spurensuche in Akten und Gelände.Wasser
Dem Regentropfen folgen: von den Hängen über Bäche und Böden bis in die Rems – mit Pegeldaten, Starkregen, Hochwasser und trockenen Sommern.
Hier einsteigenWasser in WinterbachWo das Wasser herkommt, wo es bleibt und wo es zu schnell abfließt – der Weg des Regens von den Hängen bis in die Rems.Natur und Klima
Was an der Rems lebt, warum offene Hänge wertvoll sind und woher nachts die kühle Luft kommt.
Hier einsteigenTiere und PflanzenBarbe, Eisvogel, Biber – was an und in der Rems lebt, was belegt ist und warum eine Welle nur im Einklang mit der Natur geht.Geschichte und Landschaft
Die Landschaft lesen: Flurkarten von 1832, Geländemodell, Luftbilder – und was sie über Fluss, Weinberge und Wege von früher verraten.
Hier einsteigenDie Landschaft lesenWie Surfer das Gelände lesen – und was Geländemodell, alte Karten und Akten über das Remstal verraten. Unsere Methode, unsere Funde, unsere offenen Fragen.Die Rems in Zahlen
- Quelle: Remsursprung bei Essingen, rund 551 Meter über dem Meer
- Mündung: bei Neckarrems (Remseck am Neckar) in den Neckar, rund 203 Meter
- Länge: 78,4 Kilometer nach Wikipedia, „ca. 80 km“ nach der Gemeinde Essingen
- Einzugsgebiet: 582,6 Quadratkilometer insgesamt, 418 Quadratkilometer am Pegel Schorndorf
- Orte am Fluss: Essingen, Mögglingen, Böbingen, Schwäbisch Gmünd, Lorch, Plüderhausen, Urbach, Schorndorf, Winterbach, Remshalden, Weinstadt, Waiblingen, Remseck
- Größter Zufluss oberhalb von Winterbach: die Wieslauf aus dem Welzheimer Wald, sie mündet kurz vor Schorndorf
Die Rems in Winterbach
Zwischen Weiler und Winterbach liegt das Hochwasserrückhaltebecken Schorndorf/Winterbach des Wasserverbands Rems. Fast immer ist es leer, die Rems fließt eben durch das Durchlassbauwerk unter der Brücke Ostlandstraße. Nur bei Hochwasser schließen sich die Tore und das Tal oberhalb wird eingestaut. Flussabwärts, zwischen der Kläranlage Winterbach und der Hebsacker Brücke, hat das Land die Rems 2018 auf rund 1,1 Kilometern renaturiert – dort sind seit 2022 wieder Biber unterwegs. Auf Winterbacher Gebiet münden der Weilerbach und die Höffenklinge kurz vor der Brücke und flussabwärts Lehenbach, Krebsbach, Bücklensweilerbach, Alsebach und an der Grenze zu Remshalden der Schweinbach in die Rems.
Wenige hundert Meter oberhalb der Brücke liegt ein kleines Wehr kurz vor dem Remsknie (beim Vogelturm): eine niedrige feste Schwelle, über die die Rems als breiter Wasserschleier fällt. Als Standort für die Welle kommt es für uns nicht infrage, es zeigt aber, wie die Rems an einer Stufe aussieht.

Wie flach die Rems in Winterbach ist, zeigt das Geländemodell des Landes: Auf gut fünf Kilometern von Weiler bis Hebsack fällt der Wasserspiegel nur um vier Meter, im Mittel 0,8 Promille. Die einzige Stufe ist das kleine Wehr vor dem Remsknie. Am Remswehr unter der Brücke Ostlandstraße gibt es keine: Das Durchlassbauwerk des Rückhaltebeckens hat Schiebetore, die bei Hochwasser geschlossen werden, sonst fließt die Rems eben hindurch. Eine Welle braucht Gefälle auf kurzer Strecke – wie es sich am Durchlassbauwerk gewinnen ließe, ist die Frage der Machbarkeitsprüfung. → Hydraulik einer Flusswelle
Warum das auf eine Surfwellen-Seite gehört
Die Zuflüsse bestimmen, wie viel Wasser in Winterbach ankommt. Das Hochwasser bestimmt, wann eine Welle nicht betrieben werden darf. Die Ökologie bestimmt, ob sie genehmigt werden kann. Die Wasserqualität bestimmt, ob man darin surfen sollte. Und die Renaturierung zeigt, welchen Wert die Rems in Winterbach heute hat: Eine Welle muss sich in diese Entwicklung einfügen und darf Erreichtes nicht gefährden. → Standort Winterbach
Und noch etwas: Was man kennt und schätzt, das schützt man. Viele Schätze rund um die Rems kennt kaum jemand: Magerwiesen, Streuobst, Waldsäume, Hohlwege, alte Weinbergmauern. Wer sie kennt, kann sie in Entscheidungen einbringen – deshalb machen wir sie sichtbar.
Warum wir aufs Gelände schauen
Surfer lesen Landschaft, ob sie wollen oder nicht. Am Meer entscheidet die Form des Bodens unter Wasser, ob und wie eine Welle bricht; wer einen Spot sucht, schaut auf Küstenform, Luftbilder und Tiefenkarten. Windsurfer wissen, dass der Wind an Kaps und Talausgängen anders weht als in der Bucht daneben, und lernen, das Gelände als Teil des Wetters zu sehen. Diesen Blick nehmen wir mit nach Winterbach: Höhenprofile, Luftbilder und das Geländemodell des Landes zeigen, wo die Rems ihr Gefälle hat, wo nachts die kühle Luft herunterkommt – und nebenbei, was die Landschaft über ihre Geschichte erzählt. Wir sind keine Geologen und keine Meteorologen; wir schreiben auf, was uns auffällt, und sagen, wo es belegt ist und wo nicht. → Kühle Luft für Winterbach · → Als hier Meer war · → Spuren im Hungerberg
Normalerweise reden Surfer nicht über ihre Methoden. Wer mit Karten, Wind und Gezeiten einen Spot gefunden hat, behält ihn für sich – ein Secret Spot bleibt nur so lange leer, wie niemand davon erzählt. Hier machen wir eine Ausnahme. Die Remswelle soll kein Geheimnis sein, sondern das Gegenteil: ein Ort, an dem man sich trifft.
Quellen: Gemeinde Essingen, „Remsursprung“ · Wikipedia, „Rems“ und „Liste der Zuflüsse der Rems“ (abgerufen 26.09.2026) · LUBW, Deutsches Gewässerkundliches Jahrbuch Rheingebiet Teil I 2009 (Pegel Schorndorf) · Wasserverband Rems, „Hochwasserrückhaltebecken“ · Regierungspräsidium Stuttgart, „Die Rems fließt wieder“, 19.12.2018 · Zeitungsverlag Waiblingen, 08.03.2023 (Biber) · Kartendaten © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL)