Remswelle

Flusswellen · bauen, betreiben, surfen

Surfen ohne Welle

Wer im Remstal surfen will, hat ein Problem: Das Meer ist weit, die nächste Flusswelle auch. Surfer haben deshalb schon immer an Land geübt – auf Rollen, mit Schwung aus dem eigenen Körper oder mit dem Wind. Vier dieser Sportarten stellen wir hier vor. Sie haben eines gemeinsam: Man braucht dafür weder Wasser noch Welle, nur eine glatte Fläche und etwas Übung. Und alles, was man dabei lernt, hilft später auf der Welle.

Surfskate: die Welle unter den Füßen

Ein Surfskate ist ein Skateboard mit einer besonders beweglichen Vorderachse. Sie sitzt auf einem drehbaren Arm und schwenkt viel weiter aus als eine normale Skateboardachse. Damit lassen sich enge Kurven fahren wie auf einem Surfbrett, und – das Wichtigste – man kommt ohne Anschieben voran. Erfunden haben das Surfskate kalifornische Surfer: 1996 gründeten Greg Falk und Neil Carver in Venice dafür eine eigene Firma.

Pumpen statt Anschieben. Statt mit einem Fuß auf den Boden zu treten, bleiben beide Füße auf dem Brett. Man geht in die Knie, richtet sich auf, dreht Hüfte und Schultern in die Kurve und wieder heraus. Jede Schwingung gibt Schwung. Surfer nennen das „pumpen“, und es ist genau die Bewegung, mit der man auf einer Welle Fahrt aufnimmt. Geübte Fahrer kommen so über Kilometer, ohne den Boden zu berühren.

Was man lernt. Gewicht von der Ferse auf die Zehen verlagern, den Blick in die Kurve richten, aus der Hüfte drehen statt aus den Armen, locker in den Knien bleiben. Das sind die Grundlagen jedes Turns auf der Welle – vom einfachen Bottom Turn bis zum Cutback. Surfer nutzen das Surfskate deshalb als Trockentraining für die Welle.

Was man braucht. Ein Surfskate, eine glatte Fläche ohne Verkehr, Helm und Schoner für Knie, Ellbogen und Handgelenke. Am Anfang hilft eine leichte Neigung oder ein Freund, der einem den ersten Schwung gibt.

Pumptrack: Wellen aus Asphalt

Ein Pumptrack ist ein Rundkurs aus kleinen Wellen und Steilkurven, etwa einen Meter breit, auf dem man ganz ohne Treten oder Anschieben vorankommt: Man drückt das Brett oder das Rad in jede Senke hinunter und entlastet es auf jeder Kuppe. Entstanden sind Pumptracks als Übungsstrecken für BMX- und Mountainbikefahrer; die heutige Form kam um 2003 aus Australien. Früher aus Erde und Lehm gebaut, sind die meisten neuen Anlagen asphaltiert und damit das ganze Jahr nutzbar.

Ein Pumptrack ist der beste Platz für das Surfskate: Jede Welle des Kurses ist eine kleine Welle zum Pumpen. Fahren kann darauf fast jeder – mit Laufrad, Roller, BMX, Mountainbike, Skateboard, Surfskate und auf schmalen Strecken auch mit Inlineskates. Das macht Pumptracks zu Treffpunkten für Kinder und Jugendliche. Warum wir uns einen in Winterbach gut vorstellen können, steht bei den Kindern und Jugendlichen.

Pumpen wie auf der Welle: auf dem Surfskate im Pumptrack (Anna Haiss).
Pumpen wie auf der Welle: auf dem Surfskate im Pumptrack (Anna Haiss).

Wing-Inlineskating: Fahren mit dem Wind

Beim Wingsurfen hält man einen aufblasbaren Flügel, den Wing, frei in den Händen; er ist mit keinem Mast und keinem Brett verbunden. Auf dem Wasser steht man dabei auf einem Brett, oft mit Tragflügel darunter. An Land geht dasselbe auf Inlineskates, einem Longboard, einem Surfskate oder einem Mountainboard mit Luftreifen. Man nennt das Wingskaten.

Was man braucht. Einen Wing von etwa vier bis fünf Quadratmetern, eine große, glatte und freie Fläche – einen leeren Parkplatz, einen geteerten Platz ohne Verkehr – und leichten bis mäßigen Wind. Schon rund 3 Beaufort reichen, also Wind, bei dem sich Blätter und dünne Zweige ständig bewegen. In Winterbach weht so ein Wind an etwa der Hälfte der Tage. → Wind und Wetter in Winterbach Helm und Schoner gehören dazu, denn gestürzt wird auf Asphalt.

Was man lernt. Den Wind lesen: woher er kommt, wie er auffrischt und nachlässt, wie man den Wing auf Halbwind stellt, ihn über den Kopf nimmt und auf die andere Seite wechselt. Wer das an Land kann, hat es auf dem Wasser viel leichter – die Führung des Wings ist dort fast dieselbe.

Streetsurfen: das Windsurfsegel auf Rollen

Noch älter ist die Idee, ein Windsurfsegel samt Mast und Gabelbaum auf ein großes Skateboard oder Landboard zu setzen. Wie beim Windsurfen ist das Segel über ein Gelenk mit dem Brett verbunden; man lenkt, indem man das Segel nach vorn oder hinten neigt und das Brett auf die Kante stellt. Streetsurfen braucht etwas mehr Platz als Wingskaten, funktioniert aber schon bei ähnlich wenig Wind. Auch hier gilt: nur auf freien Flächen ohne Verkehr, mit Helm und Schonern.

Was das für eine Flusswelle bringt

Auf einer Flusswelle steht man auf einem Wasserberg, der sich nicht bewegt, und das Wasser rauscht darunter durch. Wer dort surfen will, muss vom ersten Moment an das Brett auf der Kante führen, das Gewicht verlagern und mit kleinen Pumpbewegungen auf der Welle bleiben. Genau das lernt man auf Surfskate und Pumptrack. Wing und Windsurfsegel schulen den Blick für Strömungen – in der Luft wie im Wasser – und das Gleichgewicht auf einem Brett, das sich unter einem bewegt.

Deshalb gehören diese Sportarten für uns zur Remswelle dazu: als Training, solange es die Welle noch nicht gibt, und als Ergänzung an den vielen Tagen, an denen die Rems zu wenig Wasser führt. → Wasserführung der Rems · → So surfst du eine Flusswelle

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Surfskate und Longboard?

Ein Longboard ist ein langes Skateboard für entspanntes Gleiten und lange Strecken; man schiebt es mit dem Fuß an. Ein Surfskate ist kürzer und hat eine besonders bewegliche Vorderachse, mit der man enge Kurven fahren und ohne Anschieben pumpen kann.

Hilft Surfskaten wirklich beim Surfen?

Die Bewegung ist dieselbe: Knie beugen und strecken, aus der Hüfte drehen, das Gewicht zwischen Ferse und Zehen verlagern. Surfskaten ersetzt nicht das Gefühl für Wasser und Welle, aber es übt die Körperbewegung so oft, wie man will – auch wenn kein Surfspot in der Nähe ist.

Wie viel Wind braucht man zum Wingskaten?

Für den Anfang reichen rund 3 Beaufort, etwa 7 bis 10 Knoten. Bei mehr Wind wird es schnell – dann lieber einen kleineren Wing nehmen.

Darf man mit Wing oder Segel auf der Straße fahren?

Nein, das gehört nicht in den Straßenverkehr. Geübt wird auf freien Flächen ohne Autos und Fußgänger, etwa auf leeren Parkplätzen – mit Erlaubnis des Eigentümers.

Ab welchem Alter geht das?

Auf dem Pumptrack fahren schon Kindergartenkinder mit dem Laufrad. Surfskaten lernen Kinder, sobald sie sicher auf einem Skateboard stehen. Für Wing und Segel braucht man etwas Kraft in Armen und Rumpf und einen Wing, der zur Körpergröße passt.

Quellen

  • Wikipedia: „Surfskateboard“ (Achse, Carver Skateboards, Pumpen), „Pumptrack“ (Aufbau, Geschichte, Fahrzeuge), „Wingsurfen“; abgerufen 03.10.2026
  • surf-Magazin: Wingfoilen auf Asphalt – Tipps zum Wingskaten (Wing-Größe, Wind, Schutzausrüstung)
  • Wind in Winterbach: eigene Auswertung, Open-Meteo/ERA5 1991–2025 – siehe Wind und Wetter in Winterbach

Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026 · Initiative Remswelle