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Zum Vergleich: Böhnlöchle und Höffenklinge
Gesteine, Boden und Hanghinweise an zwei Hängen am Hungerberg
Auf der Seite Warum Hänge rutschen zeigen wir das Rutschungsgebiet am Südwesthang des Hungerbergs. Hier dieselbe Auswertung für zwei weitere Hänge, die auf unseren Seiten oft vorkommen: das Böhnlöchle am Westende des Hungerbergs und die Höffenklinge im Osten. Die Grundlage ist dieselbe: Geländemodell des Landes, Geologische Karte und Ingenieurgeologische Gefahrenhinweiskarte des Landesamts für Geologie, Rohstoffe und Bergbau (LGRB) sowie dessen Bodenkarte. Alle Karten haben den Maßstab 1:50 000 und sind nicht parzellenscharf.
Kurz gesagt: Beide Hänge liegen nicht in einem Rutschungsgebiet. Das nächste liegt jeweils gut einen halben Kilometer entfernt. In beiden Ausschnitten verzeichnet das Landesamt aber eine kleine Stelle „Steinschlag bis Felssturz“ an einer steilen Kante.
Böhnlöchle


Gesteine. Der Hang zeigt dieselbe Schichtfolge wie das Rutschungsgebiet weiter östlich: unten Gipskeuper und Schilfsandstein, darüber die Unteren Bunten Mergel, der Kieselsandstein, die Oberen Bunten Mergel und oben der Stubensandstein. Das westlichste Rebstück von 1832 liegt in den Unteren Bunten Mergeln.
Hanghinweise. Ein Rutschungsgebiet verzeichnet die Karte hier nicht; das nächste – das am Hungerberg – beginnt rund einen halben Kilometer südöstlich. Am Bildrand im Südosten, gut 400 Meter vom Rebstück entfernt, steht ein kleiner Hinweis „Steinschlag bis Felssturz“ an einer steilen Hangkante. Im Mittel ist der Ausschnitt rund 16 Grad steil.
Boden. Die Bodenkarte zeigt am Rebstück eine Grenze: Hangabwärts liegt Rigosol – tief umgegrabener Weinbergsboden, kalkhaltig und tonig-lehmig mit Sandsteingrus. Hangaufwärts, zum Waldrand hin, beginnt eine Pelosol-Braunerde aus lösslehmhaltiger Fließerde, im oberen Meter meist kalkfrei. Was das für Reben bedeutet, steht auf der Seite Weinbau von morgen.
Höffenklinge


Gesteine. Die Höffenklinge hat sich von den Oberen Bunten Mergeln über den Kieselsandstein und die Unteren Bunten Mergel bis in den Gipskeuper eingeschnitten. Unten im Tal liegen Fließerden mit Löss.
Hanghinweise. Auch hier verzeichnet die Karte kein Rutschungsgebiet; das nächste liegt rund 600 Meter entfernt. Der Hinweis „Steinschlag bis Felssturz“ sitzt am oberen Ende der Klinge, wo der Einschnitt am steilsten ist. Im Mittel ist der Ausschnitt rund 17 Grad steil.
Boden. Am Hang liegt überwiegend Rigosol – auch hier ein Zeichen für alten Weinbau –, darüber zur Hochfläche hin Pelosol-Braunerde, unten im Tal Parabraunerde aus lösshaltigen Fließerden.
Was die Hinweise bedeuten
Ein Hinweis „Steinschlag bis Felssturz“ heißt: An dieser Stelle können sich Steine oder Felsbrocken lösen, typischerweise an steilen Kanten von Sandsteinbänken oder alten Abbauwänden. Wie bei den Rutschungsgebieten ist das eine erste Einschätzung im Maßstab 1:50 000, keine Gefahrenstufe und nicht auf einzelne Grundstücke bezogen. Was die Karte bei Rutschungsgebieten zeigt und was nicht, erklärt die Seite Warum Hänge rutschen.
Quellen: Datenquelle: Regierungspräsidium Freiburg – LGRB: Ingenieurgeologische Gefahrenhinweiskarte 1:50 000 (IGHK50; Rutschungsgebiete, Steinschlag bis Felssturz), Geologische Karte (GeoLa), Bodenkarte 1:50 000 (BK50, Kartiereinheiten L262 und L533 mit Beschreibungen), abgerufen am 14.10.2026, Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0 · Geländemodell LGL-BW, DGM1 (dl-de/by-2-0) · Weinberge 1832: Urkarte, eigene Digitalisierung · Auswertung und Darstellung: Initiative Remswelle
Zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2026 · Initiative Remswelle